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Der zwielichtige Hintergrund des so genannten Evangeliums der Frau Jesu-Papyrus

m 18. September 2012 sorgte die amerikanische Kirchenhistorikerin Karen L. King, bei einem internationalen Kongress für koptische Studien in Rom für Aufsehen, als sie dort den so genannten “Evangelium der Frau Jesu“-Papyrus der Öffentlichkeit vorstellte. Dieser Papyrusfetzen, dessen Entstehung von Karen L. King in die zweite Hälfte des vierten Jahrhunderts nach Christus datiert wurde, sorgte weltweit für mediales Furore, da der darauf zu lesende koptische Text die Worte “Jesus spricht zu ihnen: Meine Frau … … sie wird für mich Jünger (sic) sein können und …“ enthielt. Karen L. King ging davon aus, dass dieser koptische Text aus dem späten 4. Jahrhundert n. Chr. die Übersetzung eines griechischen Textes aus dem 2. Jahrhundert sei. Über die Herkunft, d.h. den Fundort, und insbesondere über den bisherigen Besitzer des Papyrusstücks machte sie keine Aussagen. Schon kurz nach der Veröffentlichung des Papyrusfragments wurden von einer Vielzahl von unabhängigen Wissenschaftlern weltweit ernste Bedenken gegen die Authentizität des Schriftstücks laut. Einige dieser Wissenschaftler wiesen auf konkrete Anzeichen hin, die nach ihrer Meinung das Papyrusfragment als eindeutige Fälschung entlarvten.
Die Harvard Universität, an der Karen L. King lehrt, stellte eine Veröffentlichung ihrer Arbeit über diesen Papyrus im Harvard Theological Review dann auch zunächst zurück. Grund dafür waren wohl die weltweit vorgebrachten Zweifel an der Echtheit des Fragments. Im Jahr 2014 erfolgte eine Veröffentlichung des überarbeiteten Artikels von Karen L. King zum “Evangelium der ‚Frau‘ Jesu“, sowie neuerer Analysen und Untersuchungen, die die Harvard Universität an dem Papyrusstück durchgeführt hatte. Man datiert das Fragment nun nach einer Radiocarbonuntersuchung in das 8. Jahrhundert n. Chr. – Anschließend wurde es um das “Evangelium der ‚Frau‘ Jesu“ recht ruhig. Diese Podcastfolge fasst die aktuellsten Ereignisse im Zusammenhang mit dem Papyrusfragment zusammen, die sich durch die Recherche des Jounalisten Ariel Sabar und seine Artikel in "The Atlantic" ergeben haben.

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